Rheinlust – ein Traum von Tuch in einem zarten Puderton

Das Tuch Rheinlust

 

Rheinlust Tuch handgestrickt

Rheinlust auf Yeti

Die Vorgeschichte

Eigentlich ist es wie immer bei mir – ich habe etwas im Kopf und lasse mir dazu Wolle färben und dann…..

  • gefiel mir der Pullover, den ich damit angefangen hatte, überhaupt nicht und es wurde geribbelt zum 1ten
  • gefiel mir die Stola, bei der ich schon das ganze Knäuel verstrickt hatte, gar nicht und es wurde geribbelt zum 2ten

 

Fangen wir mit dem Garn an

Yeti, für mich das kuscheligste Garn überhaupt, ist von Seehawer & Siebert. Ihr bekommt es online u.a. bei MeroColors, Farblust by Wollhexe und pflanzengefärbt bei Kade loving wool. Die Yeti besteht zu 50% aus sibirischem Yak-Haar und zu 50% aus chinesischer Maulbeerseide. Es ist ein leichtes Garn, zart und glänzend und hat eine Lauflänge von 466 m / 100gr. Preislich ist es eher in der oberen Klasse und kostet zwischen 22 und 27 Euro je nach Shop.

Ich habe den ersten Strang, wie oben berichtet, zweimal geribbelt und im Vergleich zu dem noch neuen, zweiten Strang, sieht man das leider sehr deutlich bei dem kraus rechts gestrickten Part. Auch das Entspannungsbad hat da nicht viel geholfen. Beim Tragen fällt es jedoch nicht wirklich auf.

Yeti von Seehawer & Siebert

Yeti, handgefärbt von MeroColors

Die Rheinlust Anleitung

gibt es bei Ravelry zu dem nicht ganz günstigen Preis von € 6,55 und nur in englischer Sprache. Ich habe euch die Begriffe schon im Wörterbuch ergänzt. In deutscher Ausfertigung kann man es bei Rosy Green Wolle für € 5,50 kaufen. Ich weiß jedoch nicht, ob man dann auch die entsprechende Wolle kaufen muss.

Wie immer bei Melanie Berg alias Mairlynd, ist die Anleitung klar und verständlich geschrieben. Schwer gefallen sind mir lediglich die links verschränkten Maschen in den Rückreihen. Dies kann jedoch daran liegen, das ich mit Fadenführung rechts stricke.

 

Das Ergebnis

es ist ein traumhaft weiches und glänzendes Tuch geworden und ich mag es gar nicht mehr ablegen. Es fällt wunderbar und gerne hätte ich euch auch ein Tragefoto gezeigt. Da Selfies nicht so mein Ding sind, muß ich das nachreichen.

Zum Glück habe ich noch einige Yeti Stränge im Haus.

Rheinlust Tuch handgestrickt

Die edelsten Wollsorten der Welt

Ein Gastbeitrag von Edler Zwirn

über die edelsten Wollsorten der Welt

 

Autorenname: Gerald Bacher

Gerald Bacher informiert auf der Informationsseite EdlerZwirn über die exklusivsten Wollsorten und Garne der Welt. EdlerZwirn informiert mit ausführlichen Berichten über Produkte, Hersteller und Pflege von verschiedenen Wollprodukten. Auch das bedeutende Thema Tierschutz wird sehr umfangreich behandelt. Sein Facebook Profil findet ihr hier

edelste Wollsorten Gerald Bacher von Edler Zwirn

Die edelsten Wollsorten der Welt:

Was ihr über Kaschmir, Merino und Co. wissen solltet

Edle Wolle macht einfach Spaß. Durch ihre unvergleichliche Weichheit liegt sie angenehm auf der Haut, kratzt nicht und sieht dabei auch einfach gut aus. Ein verstärkender Faktor, der für edle Wolle spricht, ist außerdem, dass man sich einfach gut darin fühlt. Doch was macht Kaschmir und Co. eigentlich so besonders? Das möchten wir euch in diesem Artikel verraten.

Vikunja

Edel, edler, Vikunja – wirklich, es geht nicht noch hochwertiger! Zwar ist Vikunja im Volksmund deutlich unbekannter als Kaschmir, aber ihr solltet euch einen Blick darauf nicht entgehen lassen. Vikunjawolle stammt von süßen Minikamelen, die in den Anden leben. Da sie sehr scheu sind, sich nicht in Herden halten lassen und außerdem unter Artenschutz stehen, ist die Wolle äußerst selten. Ihr weiches, seidig glänzendes Fell zeichnet sich durch seine wunderschöne Karamell-Farbe aus und wird daher nur selten eingefärbt. In ihrer Weichheit übertrifft Vikunjawolle sogar die edle Kaschmirwolle.

Da das Material so edel und selten ist, ist auch der Preis entsprechend hoch. Stolze 500 Euro kostet das Kilo Rohmaterial. Ein maßgeschneiderter Vikunjamantel kommt schon mal auf 25.000 Euro. Vikunja ist also kein Material, das ihr jeden Tag im Einzelhandel findet – wäre ja auch zu schade drum. Stattdessen wird die Wolle von Luxusdesignern wie Loro Piana bezogen, die daraus edle Kleidungsstücke schneidern, die wirklich etwas Besonderes sind.

Kaschmir

Nun kommen wir zu dem Material, das ihr wahrscheinlich als erstes mit dem Begriff „Edle Wolle“ assoziiert habt: Kaschmir. Das seidige Unterbauchfell der Kaschmirziege wird sorgsam ausgebürstet und zeichnet sich durch seine besondere Weichheit aus. Im Gegensatz zu Vikunja könnt ihr Kaschmir durchaus in Modegeschäften finden. Und meist ertappt man sich dann dabei, das teure Stück zu kaufen, weil es zu weich ist, um es liegen zu lassen – wir kennen das.

Aber Kaschmir kann mehr als nur weich sein und gut aussehen. Die Fasern wärmen auch sechsmal besser als herkömmliche Schafwolle, und das, obwohl sie so leicht sind. Zudem ist Kaschmir pflegeleichter als ihr vielleicht denken würdet. Immerhin knittert das Material nicht und so erspart ihr euch das lästige Bügeln. Außerdem reicht es meist, Kaschmir ein wenig an die frische Luft zu hängen. Die Wolle hat nämlich die praktische Eigenschaft, sich selbst ein wenig zu reinigen. Nur mit Hitze und mechanischer Belastung (also dem Schleudergang) solltet ihr lieber sparsam umgehen, das mag die Wolle nicht so.

Preislich liegt Kaschmir deutlich unter Vikunja – was aber auch nicht so schwer ist. Dennoch kostet das Kilo bis zu 200 Euro und damit landen auch die meisten schicken Kaschmirpullis im dreistelligen Eurobereich.

Merino

Nun kommen wir zu einem sehr sportlichen Material. Und das meinen wir im wahrsten Sinne, denn Merinowolle gilt unter Sportlern schon lange als Geheimtipp, und das obwohl, oder gerade weil sie so edel ist. Merinowolle ist zwar nicht ganz so weich wie Kaschmir, aber immer noch so fein, dass sie auch empfindliche Babyhaut nicht reizt, was ein angenehmes Tragegefühl garantiert.

Was Merinowolle aber zum Sportlermaterial schlechthin macht, sind ihre genialen Eigenschaften. So nimmt Merinowolle Feuchtigkeit sehr gut auf, wodurch ihr nicht so schnell merkt, dass ihr schwitzt. Und selbst, wenn ihr mal in Regen geratet und eure Merinokleidung durchnässt wird, wärmt sie noch, wo andere Wollsorten sich längst klamm anfühlen würden. Im Gegensatz zu Kunstfaser Kleidung, habt ihr hier auch nicht den Nachteil, dass eure Trainingspartner bald angewidert die Nase rümpfen, denn Gerüche werden von der feinen Wolle abgestoßen. Sollte doch mal was stinken, einfach an die frische Luft hängen und die Sache hat sich erledigt.

Preislich liegt Merinowolle trotz ihrer Hochwertigkeit im absolut leistbaren Bereich. Ein Merinopullover kostet rund 70 Euro. Absolut okay, wie wir finden.

Das Thema Tierschutz

Vikunjas stehen unter Artenschutz, weshalb ihr euch bei ihrer Wolle keine Gedanken machen müsst. Lediglich das Zeichen „Legally Sheared“ deutet darauf hin, dass die Wolle legal importiert wurde. Auch bei Kaschmirwolle könnt ihr euch meist entspannt zurücklehnen.

Vorsicht ist allerdings bei Merinowolle geboten! Merinowolle ist ein Top Material, aber leider steht es häufig in der Kritik von Tierschützern. Dies liegt an einigen wenigen australischen Farmern, die ihre Merinoschafe extra so züchten, dass sie besonders viele Hautfalten haben, in denen Wolle wachsen kann. Dies führt zu höherem Profit, ist aber auch für Fliegenlarven attraktiv, da sich um den After herum viel Kot sammelt, wo sie sich einnisten und die Schafe von innen auffressen. Um die Schafe davor zu schützen, schneiden viele Farmer den Schafen diesen Bereich der Haut einfach ab – ohne Betäubung. Was sich beim Lesen schon schmerzhaft anhört, ist auch für die Tiere eine große Qual. Achtet daher darauf, dass sich der Hersteller eines Merino-Kleidungsstücks klar gegen das sogenannte Mulesing ausspricht.

Edle Wollsorten erfreuen sich nicht umsonst so großer Beliebtheit. Sie sind um einiges weicher als herkömmliche Schafwolle, wärmen besser und kratzen nicht. Wenn ihr im Handel ein Kleidungsstück aus diesen Materialien entdeckt, wollt ihr sie wahrscheinlich am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen. Einfach zum Verlieben!